bewegt.ch in der Begegnung mit Menschen in Lewa Kenya
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Seit ca. acht Jahren zeige ich meinen KursteilnehmerInnen das Jonglieren! In dieser Zeit haben ca. 1500 Menschen an diesen Anlässen Jonglier-Bälle gekauft. Anfänglich gab ich diese zum Selbstkostenpreis weiter. Vor 4 Jahren entschlossen wir uns, die Bälle zum doppelten Preis zu verkaufen und den ganzen Betrag an gemeinnützige Werke zu spenden. So sammelte sich über die Jahre viel Geld an, welches wir mit Freuden weiter geben konnten.
Seit einigen Jahren kennen wir Monika Villiger aus Brugg. Sie setzt sich mit Leidenschaft für Menschen im Norden von Kenia ein. Sie unterstützt mit Lewa Schweiz vor allem die Entwicklung von medizinischen Stützpunkten für die Landbevölkerung. Dabei geht es vor allem darum, die einheimischen Menschen so zu unterstützen, dass diese fähig werden, diese Arbeit selber zu entwickeln und zu betreuen. Sie erzählte uns immer wieder von diesen Projekten, so dass für uns klar wurde, dieser Organisation die Hälfte unseres “Jongliererlöses“ weiterzugeben.
Im Frühling 2009 erzählte sie uns von neuen Projekten von Lewa Org. Unter anderem davon, dass diese Erwachsenbildung anbieten. So zum Beispiel Nähkurse für Frauen. Dies löste in uns ein „Aha“ aus! Sie könnten doch für uns Jonglierbälle nähen! (Bis dahin kauften wir diese nämlich beim Grossisten. Schlechte Qualität und fragwürdige Arbeitsbedingungen waren dabei immer wieder Thema…)
Monika war überzeugt, dass dies möglich sei! Sie nahm bei ihrer nächsten Reise zwei Bälle als Muster mit. So in etwa sollten die Bälle werden; für das Material sollten die Näherinnen selber schauen und wenn möglich sollten sie die Farben Grau und Gelb enthalten. Mit diesen Vorgaben und Ideen begann der weitere Weg.
Februar 2010 Jonglierbälle gleich selbst abholen!
Ziemlich nervös starten wir das erste Mal Richtung Afrika mit Ziel Lewa. In Nairobi erlebten wir, was eine pulsierende Stadt ist. Wir sind froh, dass wir einen Chauffeur hatten, der sich um uns und um sein Auto sorgte. Er fuhr uns und unser Gepäck sicher nach Lewa. Wir waren Teil einer fünfköpfigen Reisegruppe, organsiert und geführt durch Monika Villiger. Sie bereist Lewa alle 10 Monate, dabei besucht sie alle von der Schweiz aus unterstützen Projekte und informiert sich dabei über die aktuellen Situationen.
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100 Jonglierbälle Am vierten Tag war es soweit! Mit unserem Geländefahrzeug fuhren wir los, um die Frauen zu treffen, die uns die Bälle genäht hatten. Kaum traffen wir ein, kamen uns die Frauen singend und tanzend entgegen! Sie begleiteten uns in die Kirche, in der auch die Nähschule durchgeführt wird. Als erstes fragee ich, wo die Nähmaschinen seien. „Diese seien im Gebäude 400 Meter weiter eingelagert und bewacht!“ Diese Distanz müssen die Frauen an jedem Nähtag ihre Maschinen tragen!
Ich erzählte Ihnen von meiner Arbeit in der Schweiz und wozu diese Bälle dienen sollten. Dabei veranstaltete ich gleichzeitig einen „Workshop“! Da ging es freudig zu und her! Freude am Moment! Freude am Sein!
Einige Frauen erzählten, wie sie anfänglich Stunden gebraucht hatten um einen Ball herzustellen und wie sie mit der Zeit schneller und schneller wurden. Sie erzähtlen aber auch, was es bedeutet 2 - 3 Dollar( 150 Kenia Schillinge) mehr am Tag zu haben. Es ermöglicht grundlegende Dinge wie bessere Hygiene, Gesundheit und Bildung.
Ich erkannte wieder neu, dass Frauen überall gleich sind. Sie sorgen sich für wichtige und nachhaltige Themen wie das Zusammenleben. Jedoch erkannte ich auch, dass es "richtige" Geschäftsfrauen sind!
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Die Freude kannte keine Grenzen, als wir gleich eine neue Bestellung aufgaben! Dies trotz der Tatsache, dass die Bälle:
- eher zu hart sind
- verschiedenste Grössen haben
- nicht alle Rund sind
- etc.
Diese Bälle passen wirklich in die alltägliche Herausforderung der Begegnung:
- jeder Mensch ist ein Unikat!
- jeder Mensch hat seine individuelle Spannung
- jeder Mensch hat eigene Proportionen
Mit den afrikanischen Jonglierbällen jonglieren wir also Individualität. Gleichzeitig unterstützen wir einen Lernprozess, der dieser Frauengruppe neue Möglichkeiten eröffnet.
Wir sind neugierig und interessiert, welche neuen Erlebnisse und Erfahrungen wir mit den Menschen in Lewa noch machen werden.
Erich Weidmann
April 2010
Gemeinsam bewegt: Erich und Ruth Weidmann
http://lewa-switzerland.org
>>> www.lewa.org











