1.Teil Fliegen bei dieser Hitze?

Eigentlich verrückt. Wer fliegt heute schon freiwillig um die halbe Welt, wenn es ohnehin so heiß ist? Und ehrlich gesagt: Der lange Flug nach Shanghai war für mich schon im Vorfeld eine mentale Herausforderung.
Als ich dann einen Tag vor dem Abflug eine WhatsApp-Nachricht von meinem Reisebegleiter erhielt, dass er uns ein Upgrade in die Business Class der Swiss organisiert hat, war ich natürlich wahnsinnig neugierig, was mich dort erwarten würde. Kurz gesagt: Man wird dort nach Strich und Faden verwöhnt! Vom Aperitif über ein exquisites Menü bis hin zu Bettdecke, Pyjama und Zahnbürste war einfach alles vorhanden. Ein kleiner, nachdenklicher Beigeschmack blieb allerdings: Bei all dem Luxus fällt auch eine Menge Müll an – von der Plastikverpackung des Kopfhörers bis hin zu den vielen praktischen Einweg- und Wegwerfartikeln im Amenity Kit. Da fragt man sich unwillkürlich, ob das heute noch zeitgemäß ist.
Unser Abflug war um 13:30 Uhr. Da die Route Richtung Osten führt, fliegt man direkt in die Nacht hinein. Das bedeutete, dass wir schon kurz nach dem Start den Sonnenuntergang erlebten und sich einige Passagiere bereits gemütlich in ihre Schlafsitze einnisteten. Wir beide schauten uns noch einen Film an – aber stopp, vor dem Schlafen gab es ja noch das besagte feine Essen!
Und einfach so nebenbei: Ich befinde mich auf diesem Flug nach Shanghai, weil es um Kinaesthetics geht! Bewegungskompetenz ist nämlich auch in der Business Class absolut gefragt – spätestens dann, wenn man sich vom Fensterplatz aus über den liegenden Kollegen daneben in Richtung Toilette manövrieren muss. Auch beim Liegen selbst ergaben sich spannende Beobachtungen durch die Kinaesthetics-Brille: Bei dieser technisch hochentwickelten Sitz-Technik habe ich mich immer wieder gefragt: Wo in aller Welt ist hier eigentlich die anatomisch sinnvollste Rückenlage?
Umso überraschter war ich am Morgen, als mich jemand sanft am Arm zupfte und höflich fragte, ob man mir das Frühstück servieren dürfe…