Teil 13: Der Peking-Grundkurs – Ein Arzt, ein Sportlehrer und eine saubere Sache
Nach dem wunderbaren Ausklang am Himmelstempel und dem feinen Abendessen starteten wir am nächsten Morgen voller Elan in das nächste große Abenteuer: Unser zweiter Kinaesthetics-Grundkurs in China, diesmal im Herzen der Hauptstadt Peking, öffnete seine Türen.
Ein Raum zum Wohlfühlen und eine bunte Truppe
Als wir den Kursraum betraten, fiel uns sofort die exzellente Vorbereitung auf. Der Boden war so blitzsauber geputzt, dass die Kursteilnehmenden für die praktischen Bodenübungen nicht einmal eine Decke als Unterlage brauchten. Das sind beste Voraussetzungen für das kinaesthetische Forschen!
Wir durften zwölf Teilnehmende begrüßen, die sich – wie schon im ersten Kurs – extrem spannend und vielseitig zusammensetzten. Die Gruppe bestand aus:
• einigen engagierten Pflegefachkräften,
• Führungskräften aus verschiedenen Pflegeeinrichtungen,
• einem Spitalarzt, der ebenfalls Managementaufgaben wahrnimmt,
• einem Sportlehrer,
• einer pensionierten Computer-Fachfrau
• und zwei Pädagogen.
Auf den ersten Blick eine unglaublich bunte Mischung! Doch als wir die Erwartungen und Fragen der Gruppe zusammentrugen, zeigte sich ein fast einheitliches Bild: Die Motivation aller Teilnehmenden war es, zu lernen, sich selbst und den eigenen Körper besser wahrzunehmen. Darauf aufbauend wollten sie für sich selbst ein qualitativ gutes Altern erarbeiten und gleichzeitig älteren Familienangehörigen eine echte Unterstützung im Alltag sein.
Forschungseifer und der Blick durch die Dolmetscher-App
Genau wie beim ersten Kurs in Hangzhou entwickelte sich auch in Peking blitzschnell ein sehr intensives, fokussiertes Forschen. Am ersten Tag tauchten wir tief in das Konzept Interaktion ein, während am zweiten Tag die Funktionale Anatomie und das Konzept Menschliche Bewegung im Mittelpunkt standen. Es war ein wunderbar natürliches Lernen. Durch die vielen Partnerwechsel ließen sich die Teilnehmenden tief auf die konzeptionellen Ideen von Kinaesthetics ein.
Bei diesem Kurs kam bei mir eine Premiere zum Zug: Ich habe das erste Mal meine Dolmetscher-App aktiv eingesetzt. So konnte ich – zumindest teilweise – direkt und ungefiltert verstehen, welche faszinierenden Entdeckungen und „Aha-Erlebnisse“ die einzelnen Personen zu ihren ganz persönlichen Fragen machten.
Ich war zutiefst berührt zu sehen, wie sehr sich diese Entdeckungen in China mit den Erfahrungen decken, die Kursteilnehmende bei uns in der Schweiz machen. Es zeigte mir wieder einmal: Menschliche Bewegung und körperliches Lernen sind universell. Sie funktionieren überall auf der Welt exakt gleich, völlig unabhängig von Sprache und Kultur.
Mein Fazit: Ich bin mein eigenes Gesundheitswesen
Mein Auftrag hier in China war es, intensive Tage und Kurse zu gestalten, die den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung legen. Wie schon erwähnt, werden wir diese Lernprozesse im Herbst mit Online-Veranstaltungen aus der Schweiz heraus weiterführen und schließlich erfolgreich abschließen.
Nach diesen bewegten Tagen in Peking kann ich eines mit absoluter Gewissheit sagen: Das Lernen über die eigene Bewegung macht tiefen Sinn. Die Entdeckungen, die Menschen bei der Erforschung des eigenen Körpers machen, sind von unschätzbarem Wert. Sie sind das Fundament, um für sich selbst zu erkennen und zu verinnerlichen: Ich bin mein eigenes Gesundheitswesen.
Ausblick auf den nächsten Beitrag: Zwei intensive Grundkurse, eine große Fachtagung und unzählige berührende Begegnungen in den Institutionen liegen hinter uns. Im nächsten Teil nehme ich euch mit auf den Rückweg, ziehe ein abschließendes Resümee dieser unglaublichen Reise ins Reich der Mitte und erzähle euch, was ich persönlich für meine zukünftige Arbeit als Kinaesthetics-Trainer mit nach Hause nehme. Bleibt dran für das große Reise-Finale!
















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