Sanfter Transfer: Die Tunnel-Gleithilfe neu gedacht
Innovative Lösungen aus der Kinaesthetics-Praxis
Im Rahmen der Weiterbildung zum Kinaesthetics Peer-Tutor und Transfer-Coach standen wir vor einer zentralen Herausforderung: Wie nutzen wir die Tunnel-Gleithilfe bei Patienten, für die jede Berührung Schmerz bedeutet?
Besonders bei Menschen mit starken Einschränkungen oder hoher Berührungsempfindlichkeit stoßen Standardmethoden oft an ihre Grenzen.
Kritik an gängigen Standards
Oft zeigen offizielle Anleitungsvideos oder Plattformen wie „Cleverer Transfer“ (Suva) den Einsatz von Hilfsmitteln primär über die Seitenlage.
Das Problem: Für Schmerzpatienten ist das Drehen auf die Seite oft eine enorme körperliche und psychische Belastung.
Unsere Kursteilnehmer haben deshalb nach einem Weg gesucht, die Gleithilfe direkt in der Rückenlage zu platzieren.
Der neue Lösungsansatz: „Die Handorgel-Technik“
Zwei unserer Experten haben eine Methode entwickelt, um die Gleithilfe ohne Drehen des Patienten von einer Seite zur anderen zu führen.
So funktioniert es:
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Der Zugangsweg: Der natürliche Zwischenraum an der Taille dient als Startpunkt.
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Die Faltung: Die Gleithilfe wird „handorgelartig“ (zickzack) gefaltet.
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Das Platzieren: Durch gezieltes Ziehen an den richtigen Ecken lässt sich die Hilfe unter dem Körper aufziehen.
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Der Fokus: Entscheidend ist eine hohe Achtsamkeit auf die eigene Bewegung und die Reaktion des Patienten.
Kinaesthetics im Einsatz
Um die Belastung für die Pflegekraft gering und den Prozess für den Patienten sanft zu gestalten, nutzen wir die Kern-Elemente der Kinaesthetics:
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Gewichtsableitung: Das eigene Körpergewicht wird über die Knochenstrukturen zum Boden abgeleitet.
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Kontrolliertes Ausfächern: Die Tunnelgleithilfe wird nicht „gerissen“, sondern langsam und kontrolliert unter dem Körper entfaltet.
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Anpassung: Die Bewegung erfolgt im Rhythmus des Patienten.
Fazit: Sanftheit vor Geschwindigkeit
Was uns antreibt, ist die Vermeidung von Qualen bei scheinbar einfachen Mobilisationen wie dem Hochrutschen im Bett. Die Tunnel-Gleithilfe bietet hier faszinierende Möglichkeiten.
Ein wichtiges Wort zur Vorsicht: Die Tunnelgleithilfe reduziert den Reibungswiderstand massiv.
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Gefahr: Zu schnelles Bewegen des Patienten.
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Goldene Regel: Sanftheit und Kontrolle stehen immer an erster Stelle. Ein zu hohes Tempo muss unbedingt vermieden werden.
Haben Sie Fragen zu dieser Technik oder interessieren Sie sich für unsere Kinaesthetics-Schulungen? Kontaktieren Sie uns gerne!
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