Zu jedem Kinaesthetics Grundkurs ist eine Kurswebsite in den Kosten inbegriffen. Diese füllt sich von einem Kurstag zum nächsten. Die TeilnehmerInnen erhalten nach jedem Kurstag ein E-Mail mit einer Einladung den Inhalt zu betrachten. Es zeigt sich, dass dies von vielen TeilnehmerInnen genutzt wird.

Dies ist ein echter Mehrwert für Alle!

Ausschreibung Kinaesthetics Grundkurs in der Pflege >>> PDF
Vorbereitungsgespräch LTG – TeilnehmerIn Word
Google Fotoprotokoll der Bildung

Herzlich Willkommen im Kinaesthetics Grundkurs 

Auf dieser Seite werden Sie  nach den jeweiligen Kurstagen den Link zum  Google Fotoalbum mit den Fotos der Flipcharts finden, sowie die Etappenaufgaben ansehen und herunterladen können. Sollten dabei Schwierigkeiten auftauschen melde Sie sich  bitte >>>>Kontakt.
Dazu werden wir Ihnen nach jedem Kurstag interessante Artikel und Videos bereitstellen. 
Wir freuen uns auf jede Rückmeldung
Ruth und Erich Weidmann 
bewegt.ch  

Die Idee des Arbeitshefts erklärt

Zweck und Aufbau des Arbeitsheftes.Dsa Arbeitsheft, welches Sie erhalten dient der Dokumentation und Auswertung Ihres persönlichen Lernens im Kinaesthetics-Grundkurs. Sie werden immer wieder die Gelegenheit erhalten, darin eigenverantwortlich Notizen zu den einzelnen Schritten und Etappen des Kurses zu machen.

Das Heft umfasst einen Einleitungsteil, der sich grundsätzlichen Fragen widmet. Der Schlussteil nimmt diese wieder auf und bietet Ihnen die Möglichkeit, lhr gesamtes Lernenauszuwerten und Ihren Kompetenzzuwachs in „Bildungsfeldern” zu dokumentieren. ln seinem Hauptteil folgt es den sechs Konzepten und Unterthemen des Buches „Kinaesthetics Konzeptsystem», das Sie als Kursunterlage erhalten haben. Jedes Konzept ist unterteilt in einen Evaluationsteil (gelbe Seiten) und in einen Teil, in dem Sie lhre Bewegungserfahrungen zu den Unterthemen beschreiben können.

Lernen in Kinaesthetics

Der Zweck und die Form dieses Arbeitsheftes werden wesentlich durch die Frage bestimmt, wie der Mensch lernt bzw. wie Sie am besten die Sensibilität und das Bewusstsein für lhre eigene Bewegung entwickeln. Kinaesthetics unterscheidet sich als eine Schulung der persönlichen Bewegungskompetenz grundsätzlich von herkömmlichen Schulungen: ln Kinaesthetics setzen Sie sich

nicht mit einer äußeren „Theorie der richtigen Bewegung” und entsprechenden Übungen auseinander, sondern in erster Linie mit sich selbst. Das Thema, wie differenziert Sie spezifische Unterschiede mit lhrem kinästhetischen Sinnessystem wahrnehmen und in lhrer Bewegung umsetzen können, bildet die Grundlage des Lernens. Deshalb werden Sie in vielen „Bewegungserfahrungen”, d. h. im konkreten Tun, lhre Konzentration mit einem Blickwinkel/Fokus des Konzeptsystems auf lhre Bewegungswahrnehmung lenken. Mit diesen Werkzeugen entwickeln Sie so eine differenzierte Wahrnehmung, Steuerung und Anpassung lhrer Bewegung. Ihr theoretisches Verständnis beruht deswegen in erster Linie auflhren persönlichen Erfahrungen im praktischen Tun.

Die Feinstruktur des Arbeitsheftes

Sie werden im Verlauf des Kurses regelmäßig nach einzelnen Bewegungserfahrungen auf der Grundlage einer persönlichen oder gemeinsamen Reflexion ihre Gedanken schriftlich festhalten. Dabei werden die folgenden Bezeichnungen verwendet.

Bei den Unterthemen der Konzepte:

  • Einzelerfahrung: Sie fuhren eine Bewegungserfahrung für sich allein aus.
  • Partnererfahrung: Sie fuhren eine Bewegungserfahrung mit einer Partnerin aus.
  • lntegrationsaktivität: Sie beziehen ihre Erfahrungen mit dem Fokus in den Einzel- und Partnererfahrungen in eine komplexe berufliche – oder private – Aktivität ein.

Wenn Sie nicht anders angeleitet werden, notieren Sie in den Spalten zu den Bewegungserfahrungen,

  • was Sie gemacht haben, d. h. welche Aktivität Sie ausgeführt haben (z. B. aus dem Sitzen aufstehen),
  • was Sie erfahren haben, d. h. wie Sie die Unterscheidung eines bestimmten Blickwinkels/Fokus wahrgenommen haben, was ihnen dabei besonders aufgefallen ist,
  • was Sie erkannt haben, d. h. welche Erkenntnisse oder persönliche Theorie Sie aus den Bewegungserfahrungen gewonnen haben,

Bei den Evaluationsteilen (gelbe Seiten):

  • Vergleichsaktivität (Al) – Vergleichsaktivität (A2): in einem „Lernzyklus» führen Sie die gleiche Aktivität zu Beginn (Ai) und am Ende (A2) einer größeren Lerneinheit aus. Dadurch wird ein Vergleich möglich und die Evaluation der persönlichen Lernfortschritte unterstützt.
  • Evaluation: Zwei Spalten sind für die Evaluation („Auswertung”) ihres Lernens vorgesehen. ln der einen können Sie mit den Bildungsfeldern(vgl. „Kinaesthetics Konzeptsystem”, Anhang) ihre Erfahrungen einordnen, in der anderen können Sie Ideen notieren, die Sie im Beruf oder im Alltag nutzen möchten.

Um was geht es 

Professionelle Pflege ist äußerst vielfältig. lm Mittelpunkt steht die Unterstützung von Menschen in alltäglichen Lebensaktivitäten, die sie wegen Krankheit, Verletzung, Behinderung oder geistiger Desorientierung nicht allein bewältigen können. 

Die Art und Weise, wie die Pflege geschieht, beeinflusst- positiv oder negativ – die Gesundheitsprozesse des pflegebedürftigen Menschen, seine Möglichkeiten, neue Bewegungen für spezifische Alltagsaktivitäten zu lernen, und schließlich die Lebensqualität aller beteiligten Menschen. Die eigene Bewegung ist der Kern von Gesundheit und Lernen auf allen Ebenen. Jede Aktivität- Essen, Trinken, Verdauen, Atmen, Liegen, Sitzen, Aufstehen, Kommunizieren -ist durch die eigene Bewegung gestaltet. Bei Krankheit oder eingeschränkter Mobilität sind solche Aktivitäten oft beeinträchtigt. Ein wichtiges Ziel des Programmes „Kinaesthetics in der Pflege” ist, Menschen darin zu unterstützen, dass sie trotz Einschränkungen weiterhin ihre Gesundheit, ihr Lernen und damit die Qualität ihres Lebens möglichst selbstständig bearbeiten und gestalten können. Kinaesthetics geht davon aus, dass dabei die Entwicklung der Bewegungskompetenz eine grundlegende Rolle spielt.

Aus dieser Zielsetzung ergeben sich viele Themen und Inhalte des Programmes „Kinaesthetics in der Pflege» und für Sie neue Anforderungen an lhre Kompetenz in der professionellen Pflege und Betreuung:

  • Sie sensibilisieren Ihre Wahrnehmung der eigenen Bewegung, allein und im Kontakt mit pflegebedürftigen Menschen
  • Sie verstehen den Einfluss der eigenen Bewegung auf Lern- und Gesundheitsprozesse.
  • Sie können Ihre Bewegung gezielt nutzen, um pflegebedürftige Menschen lern- und gesundheitsfördernd zu unterstützen.
  • Sie können pflegebedürftige Menschen z. B. in unterschiedlichen Positionen so unterstützen, dass diese von sich aus ihre Spannung und ihre Gewichtsabgabe der jeweiligen Situation angemessen anpassen können.
  • Sie können pflegebedürftige Menschen z. B. bei allen Arten von Fortbewegungsaktivitäten und Transfers begleiten, ohne sie zu heben und dadurch lhrer eigenen Gesundheit zu schaden.

Mit diesem Grundkurs machen Sie einen ersten Schritt in lhrer pflegerischen Kompetenz im Rahmen des Kinaesthetics-Bildungssystems. Sie können diese Kompetenz in weiteren Kursen (Aufbaukurs, Peer-Tutoring-Kurs) bis zur Qualifikation zur Kinaesthetics-Trainerln entwickeln und vertiefen.

Thema 1: Beziehung über Berührung und Bewegung gestalten

Menschen, die in ihrem beruflichen Alltag in der Pflege, Betreuung oder Therapie tätig sind, unterstützen ihre Klientlnnen meist nicht nur über Sprechen, sondern bieten ihre Hilfe auch direkt über Berührung und gemeinsame Bewegung an.

Es ist nötig, diese Hilfe als Interaktion zu verstehen, wenn man sie professionell gestalten will. Das heißt, dass die Beteiligten als Partnerlnnen betrachtet werden, die gleichzeitig aktiv am Geschehen teilnehmen. Die Interaktion ergibt sich aus der ständigen gegenseitigen Bewegungsanpassung der Beteiligten. Wie sie verläuft und welche Wirkungen sie hat, ist grundsätzlich nicht vorhersehbar. Die professionelle Gestaltung dieser Beziehung ist für die Qualität der Pflege und Betreuung von hoher Bedeutung.

Qualitative Unterschiede der Unterstützung können sich für einen betroffenen Menschen so ausdrücken: Er macht die Erfahrung, dass er z. B. seinen Arm (mit-)bewegen kann – oder er macht die Erfahrung, dass sein Arm von außen bewegt wird. Ohne Zweifel ist es für den weiteren Entwicklungsverlauf günstiger, wenn die betroffene Person das Geschehen in ihrer eigenen Bewegung nachvollziehen kann. lm beruflichen Alltag stellt es eine große Herausforderung dar, die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit auf diese Interaktionsprozesse zu lenken, die auf Berührung und gemeinsamer Bewegung beruhen. Unter Zeitdruck und Stress passiert es oft, dass die Achtsamkeit, die in jedem Moment des Handelns gefordert ist, und die Bereitschaft zur bewussten Anpassung verloren gehen. Stattdessen gewinnen routinemäßige und standardisierte Handlungsabfolgen Vorrang.

Das sensible Wahrnehmen der eigenen Bewegung ist ein wichtiger Faktor für die kompetente und professionelle Gestaltung der Beziehung über Berührung und Bewegung. Es ist die Voraussetzung dafür, das eigene Verhalten immer differenzierter zu reflektieren und bewusster an das Geschehen anzupassen.

Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, werden Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wie differenziert kann ich Unterschiede in meiner Bewegung wahrnehmen?
  • Wie kann ich die Aufmerksamkeit auf meine Bewegung beibehalten, wenn ich einem anderen Menschen helfe?
  • Wie kann ich lernen, meine Bewegung in einer aktuellen Interaktion gezielt an deren Verlauf anzupassen?
  • Wie kann ich merken, ob meine Anpassung für den anderen Menschen hilfreich ist?

Die Grundlage für die Bearbeitung dieser Fragen bildet das Konzept Interaktion (vgl. „Kinaesthetics Konzeptsystem”, Kapitel 1.).

Thema 2: Das Gewicht in der Schwerkraft organisieren

Menschen bewegen ihr Gewicht immer in der Schwerkraft, egal ob sie liegen, stehen, sich auf Händen und Knien bewegen, aufstehen oder sich hinsetzen. Wie ein Mensch seinen Körper in der Schwerkraft organisiert, ist eine Frage seiner Kompetenz.

Wenn er z. B. viel Muskelspannung braucht, um im Gleichgewicht zu bleiben, wirkt sich dies sofort auf seine Beweglichkeit und damit auf seine Anpassungsfähigkeit in allen Aktivitäten aus. Zudem hat die Qualität der ständigen Gewichtsorganisation einen wesentlichen Einfluss auf innere Prozesse wie z. B. die Atmung, die Verdauung oder den Knochenaufbau. Bei der Unterstützung von Menschen, die auf Hilfe in alltäglichen Aktivitäten angewiesen sind, wird die Bedeutung der Gewichtsorganisation deutlich erfahrbar. Aus dem Bett aufzustehen, um sich auf einen Stuhl zu setzen, kann eine große Herausforderung darstellen, und zwar sowohl für den betroffenen Menschen selbst wie auch für die unterstützende Person. Die Hilfe besteht häufig darin, das Gewicht der Klientln zumindest teilweise zu übernehmen und mit eigener Muskelkraft zu tragen, was bekanntlich nicht selten zu körperlichen Überlastungsschäden führt. Für die betroffene Person, die gehoben wird, ist es schwierig, ihre eigene Gewichtsverlagerung wahrzunehmen und zu kontrollieren. Die Folge davon ist, dass sie ihre vorhandenen Möglichkeiten zur Gewichtsverlagerung nicht mehr nutzen kann.

Wenn Pflegende und Betreuende unterschiedlich erfahrbare Eigenschaften und Funktionen in der Struktur ihres Körpers wahrnehmen können, hilft ihnen dies, ihr eigenes Gewicht differenziert zu kontrollieren. Je differenzierter sie merken und verstehen, wie sie ihre anatomische Struktur in der Schwerkraft angepasst nutzen können, desto sensibler und anpassungsfähiger sind sie in ihrem Unterstützungsangebot. Eine differenzierte Unterstützung hilft der betroffenen Person, Gewichtsverlagerungen nachzuvollziehen und zu lernen, ihr Gewicht in der Schwerkraft selbst angepasst zu organisieren.

Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, werden Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wie nutze ich meine eigenen anatomischen Strukturen, um mein Gewicht in der Schwerkraft zu kontrollieren?
  • Wie kann ich merken, wann ich das Gewicht eines anderen Menschen hebe?
  • Wie kann ich merken, welche Möglichkeiten der Gewichtsorganisation und -verlagerung ein anderer Mensch hat?
  • Wie kann ich mein Unterstutzungsangebot so gestalten, dass der andere Mensch seine Anatomie differenziert wahrnehmen und nutzen kann?

Die Grundlage für die Bearbeitung dieser Fragen bildet das Konzept Funktionale Anatomie (vgl. „Kinaesthetics Konzeptsystem», Kapitel 2.).

Thema 3: Das Potenzial von Bewegungsmustern entwickeln

Obwohl es unmöglich ist, eine Aktivität immer auf genau dieselbe Art und Weise auszuführen, ergeben sich im Lauf des Lebens Gewohnheiten, die als Muster bezeichnet werden können. So stützt man sich z. B. beim Aufstehen immer mit der rechten Hand ab, stellt den linken Fuß etwas weiter nach vorne und dreht sich leicht.

Ein Leben lang entwickeln Menschen solche Bewegungsmuster, um sich angepasst an Situationen und Aktivitäten zu bewegen. Gewohnte Muster zeichnen sich durch eine ähnliche Art und Weise des Zusammenspiels der Körperteile aus. Sie haben den Vorteil, dass sie schnell und „automatisch“ verfügbar sind und helfen, den normalen Alltag zu meistern. Andererseits können sie zu einer großen Einengung führen, wenn die Kompetenz, sie zu variieren, verloren geht. Die zur Verfügung stehende Vielfalt an Bewegungsmustern bildet die Grundlage, um in jeder Situation eine geeignete Bewegungsanpassung zu finden. In diesem Zusammenhang wird in Kinaesthetics von Bewegungskompetenz gesprochen.

ln Pflege und Betreuung zeigt sich häufig, dass die beteiligten Personen dazu neigen, die Vielfalt der eigenen Bewegungsmuster mehr einzuschränken, als es die Situation erfordert. Die Betroffenen haben vielleicht Angst, Schmerzen oder sind kraftlos. Die Betreuungspersonen folgen vielleicht einer rezeptartigen Technik in der Annahme, dass sie wissen und zeigen müssen, wie es geht. Wird eine Klientln z. B. beim Aufstehen darin unterstützt, sich immer im gleichen Muster zu bewegen, wird sie immer kompetenter werden, genau diesem Schema zu folgen. Sie wird aber gleichzeitig die Vielfalt immer mehr verlieren. Diese fehlt ihr wiederum zur Bewältigung weiterer Herausforderungen des Alltags. Deshalb ist es wichtig, das Unterstützungsangebot während einer Aktivität fortlaufend so anzupassen, dass sich daraus die Möglichkeiten erweitern können.

Bei diesem Thema geht es darum, dass Pflegende und Betreuende lernen, ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Bewegungskomponenten zu lenken, die die Grundlage für alle Bewegungsmuster bilden. Dadurch lernen sie, ihre eigenen Bewegungsmuster wahrzunehmen und deren Vielfalt zu entwickeln. Dies ist die Voraussetzung dafür, die Unterstützung in der gemeinsamen Bewegung mit Klientlnnen vielfältig zu gestalten und die Entwicklung ihrer Bewegungskompetenz zu begünstigen.

Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, werden Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Was kann ich in Bezug auf meine eigenen Bewegungsmuster wahrnehmen und unterscheiden?
  • Wie kann ich eine größere Vielfalt meiner eigenen Bewegungsmuster entwickeln?
  • Wie kann ich die Bewegungsmuster eines anderen Menschen erkennen?
  • Wie kann ich Unterstützungsangebote machen, sodass ein anderer l/lensch seine Möglichkeiten erweitern kann?

Die Grundlage für die Bearbeitung dieser Fragen bildet das Konzept Menschliche Bewegung (vgl. „Kinaesthetics Konzeptsystem», Kapitel 3.).

Thema 4: Selbstständigkeit und Wirksamkeit unterstützen

Lebewesen unterscheiden sich von Gegenständen dadurch, dass sie sich ununterbrochen bewegen müssen. Mit Bewegung ist in diesem Zusammenhang nicht nur die Fortbewegung gemeint, sondern z. B. auch die ständige Anpassung der Muskelspannung oder die andauernden minimalen räumlichen Anpassungen aller Körperteile, mit denen Menschen das Gewicht in der Schwerkraft organisieren.

Um Gegenstände in Bewegung zu bringen, braucht es eine äußere Kraft, die sie bewegt, Menschen wenden hingegen fortlaufend eigene innere Anstrengung auf, um sich in Bewegung zu halten und die alltäglichen Aktivitäten zu gestalten. Wie dies einem Menschen gelingt, hängt nicht so sehr von der Menge seiner Kraft ab, die ihm zur Verfügung steht, sondern vielmehr von der Art und Weise, wie er seine innere Anstrengung im Verlauf einer Aktivität passend auf- und abbauen kann. Die Selbstständigkeit eines Menschen ist also wesentlich davon abhängig, wie wirksam er seine Anstrengung einsetzen kann.

Diese Sichtweise ist von höchster Bedeutung, wenn es darum geht, Menschen in ihren alltäglichen Aktivitäten zu unterstützen. Gewohnheit, Routine oder die Annahme, dass man Menschen mit rezeptartigen Techniken bewegen kann, können schnell dazu verleiten, einen Menschen oder einzelne seiner Körperteile sozusagen von außen bewegen zu wollen. Formulierungen wie „Ich stelle sein Bein auf», „Ich lege seinen Arm zur Seite», „Ich setze ihn auf” sind der sprachliche Ausdruck der Annahme, dass ein Mensch wie ein Gegenstand bewegt werden kann. Sie hält sich manchmal sogar dann hartnäckig, wenn die Erfahrung auf das Gegenteil hinweist. Dies ist dann der Fall, wenn eine Klientln während einer Unterstützung ihre eigene Anstrengung so sehr erhöht, dass sie z. B. das Aufstellen ihres Beines verhindert. Ihre Anstrengung bewirkt- möglicherweise ungewollt- einen Widerstand gegen die Hilfestellung, und die Situation verunmöglicht ihr die Erfahrung der eigenen Wirksamkeit in Bezug auf diese Aktivität. Es ist eine große Herausforderung, Menschen in ihren Aktivitäten so zu unterstützen, dass sie lernen können, ihre Anstrengung wirksam auf- und abzubauen. Eine differenzierte Bewegungswahrnehmung der unterstützenden Person ist die Voraussetzung dafür, im Moment des Geschehens zu merken, ob die eigene Anstrengung eine wirksame Eigenaktivität und Anstrengung der Klientln eher unterstützt oder verhindert.

Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, werden Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wie kommt das Zusammenspiel des Auf- und Abbaus von Anstrengung für gezielte Bewegungen zustande?
  • Wie differenziert kann ich dieses Zusammenspiel in meiner Bewegung wahrnehmen?
  • Wie kann ich einen anderen Menschen so unterstützen, dass er sich als wirksam erfahren kann?

Die Grundlage für die Bearbeitung dieser Fragen bildet das Konzept Anstrengung (vgl. „Kinaesthetics Konzeptsystem“, Kapitel 4.).

Herzliche Gratulation!

Sie haben sich im Kinaesthetics Grundkurs erfolgreich mit dem differenzierten wahrnehmen Ihrer eigenen Bewegung auseinander gesetzt.

Gehsen Sie mit uns einig, dass diese Forschung  ein grosses Potential beinhaltet? Können Sie sich vorstellen die alltägliche Arbeit mit weniger Kraft und Stress zu bewältigen? Ja? Dann wünsche wir Ihnen, dass Sie sich nicht scheuen mit anderen BerufskollegInnen in Bewegung zu sein. Wir versichern Ihnen, dass daraus in kleineren und grösseren Schritte noch mehr Möglichkeiten entstehen. Nutze Sie jede Gelegenheit im „ Labor“ zu forschen.  Wenn dies in deinem Betrieb noch nicht möglich ist, ermuntern wir Sie die Kinaesthetics – Übungsgruppe bei uns in Suhr/Aarau zu besuchen. Gerne unterstütze wir Sie weiter im forschen. Das Bewegungscafé steht auch Ihnen offen um mit anderen Menschen in Bewegung zu kommen. So und nun geht’s los! Über Rückmeldungen jeder Art freue wir uns sehr! Mail an weidmann@bewegt.ch oder Facebook.

Bleibt uns zu sagen: Herzlichen Dank für das engagierte mit bewegen im Kinaesthetics- Grundkurs!

Ruth und Erich Weidmann

Ein Abend in der Kinaesthetics-Übungsgruppe geschenkt!

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