Auf nach Peking – Deo-Alarm am Hochsicherheitsbahnhof
Kaum waren die letzten Blitze der ausgiebigen Fotosession in Hangzhou erloschen, hieß es für uns auch schon wieder: Abschied nehmen. Nach einer kurzen Nacht begann der nächste Reisetag recht früh. Doch nach einem ausgiebigen, kräftigenden Frühstück machten wir uns voller Vorfreude mit dem Transfer-Auto auf den Weg zum Bahnhof in Hangzhou.
Architektur der Bewegung und ein Hauch von Nervenkitzel
Was mich am Bahnhof von Hangzhou erwartete, war pure, moderne Architektur. Hier wurde mit viel Sinn für Bewegung eine Statik geschaffen, die sich über eine riesige Fläche hinweg erstreckt – ein echter Blickfang. Doch das Staunen hielt nur kurz, denn wie in China üblich, glich der Zugang zum Bahnhof einer Hochsicherheitszone: Einscannen des Passes, Gepäckkontrolle und Körper-Scan gehören hier zum Standard.
Und dann passierte es: Mein Koffer schien bei der Durchleuchtung etwas vermeintlich „Risikohaftes“ zu enthalten. Mit energischer nonverbaler Kommunikation wurde ich aufgefordert, meinen Koffer mitten im Trubel zu öffnen und ganz tief hineinzutauchen. Nach kurzem Suchen hielt ich das Corpus Delicti in den Händen: mein Deodorant! Nach dem strengen Vier-Augen-Prinzip der Sicherheitsleute wurde die Dose schließlich als ungefährlich eingestuft und durfte die Schranke passieren. Ein bisschen ein mulmiges Gefühl blieb in diesem Moment aber schon zurück.
Mit 350 km/h durch das Reich der Mitte
Das Herzklopfen legte sich jedoch schnell, als wir auf unseren Hochgeschwindigkeitszug in Richtung Peking warteten. Pünktlich ging es los. Die Bahnfahrt war eine fantastische Gelegenheit, das Land einmal ganz in Ruhe an sich vorbeiziehen zu lassen. Wir sahen riesige, weite Agrarflächen – und dann, wie aus dem Nichts, tauchte da und dort wieder eine Stadt mit gigantischen Wolkenkratzern auf. Diese politische Strategie Chinas, die Bevölkerung in solch massiven, konzentrierten Städten anzusammeln, erschließt sich mir westlich geprägtem Geist zwar nicht ganz, aber es prägt das Landschaftsbild enorm.
Nach rund viereinhalb Stunden Zugfahrt erreichten wir schließlich Peking bei strahlendem Sonnenschein.
Kulturschock Peking: Wo Geschichte auf Moderne trifft
Schon in Hangzhou hatte man mir prophezeit, dass Peking völlig anders sei als die modernen Wirtschaftsmetropolen im Süden. Und tatsächlich: Diese Stadt atmet eine jahrtausendealte Architekturgeschichte. Der Kontrast ist atemberaubend: Er reicht von der historischen Verbotenen Stadt über ultra-futuristische Wolkenkratzer bis hin zu den urigen Hutongs – jenen alten Wohnvierteln, die noch nach ganz traditioneller chinesischer Bauweise erhalten sind.
Besonders faszinierend fand ich ein Detail, das uns erklärt wurde: Bei den traditionellen Eingängen signalisiert die Anzahl der Holzbalken über der Tür, wie hoch der gesellschaftliche Stand der Bewohner früher war oder heute noch ist. Architektur als stumme Statussprache.
Nun sind wir also angekommen in der Hauptstadt. Die Koffer sind im Hotel deponiert und die Stadtrundfahrt hat uns einen ersten Eindruck vermittelt. Die Ärmel werden schon wieder hochgekrempelt, denn das Programm schläft nicht: Auch hier in Peking warten eine große Fachtagung und der nächste Kinaesthetics-Grundkurs auf uns!
Ausblick auf den nächsten Beitrag: Neues Pflaster, neue Herausforderungen! Im nächsten Teil erzähle ich euch, wie wir in der geschichtsträchtigen Hauptstadt aufgenommen wurden und ob die Pflegekräfte in Peking andere Fragen an die Kinaesthetics stellen als im Süden des Landes. Seid gespannt!










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