Warum „Helfen“ nicht immer die Lösung ist ❗
In der Pflegeführung neigen wir oft dazu, Lösungen vorzugeben. Wir sehen ein Problem – zum Beispiel einen schwierigen Transfer – und geben eine Anweisung. Doch echte Qualität in der Pflege und Führung entsteht dort, wo wir aufhören, nur zu „funktionieren“, und anfangen, zu reflektieren.
🪤 Die Falle des „Helfen-Wollens“
Erinnern Sie sich an Ihre Ausbildung? „Helfen Sie Ihrer Kollegin vom Stuhl aufzustehen.“ Wir taten es, routiniert und ohne Nachzudenken. Die Aufgabe schien banal. Doch dann kam der entscheidende Wendepunkt durch eine einfache Frage:
👉 „Was machen Sie selbst anders, wenn Sie eine Einschränkung haben?“
Plötzlich wurde uns klar: Wer sich nur auf die Hilfe von außen verlässt, verliert oft seine eigenen Ressourcen. Wir entdeckten, dass wir uns beim Aufstehen ganz intuitiv mit den Armen abstützen würden – ein Detail, das wir beim „Helfen“ völlig ignoriert hatten. Helfen hilft eben nicht immer.
🎯 Was bedeutet das für Sie als Führungskraft?
Diese Erkenntnis ist ein mächtiges Werkzeug für die Führung Ihrer Mitarbeiterinnen:
Lernen durch Differenz: Führung bedeutet hier, Lernräume zu schaffen. Anstatt zu sagen „Mach es so“, ermutigen Sie die MitarbeiterInnen in ihrer eigenen Bewegung zu forschen. So befähigen Sie Ihre Mitarbeiterinnen, Möglichkeiten zu entwickeln die auf den individuellen Körper passen. ❗
Ressourcenorientierung: Wenn wir verstehen, wie Bewegung funktioniert, hören wir auf, die Patienten 🏋 „zu heben“. Wir fangen an, sie in ihrer Eigenbewegung zu unterstützen. Das schont die physische Gesundheit Ihres Teams und fördert die Autonomie der Patienten.
👉 Fazit: Die Entdeckung des „Wie“
Die Analyse der eigenen Bewegung nach Kinaesthetics-Konzepten ist weit mehr als eine Haltung, sie befähigt den Einzelnen in sich zu suchen was passt. Wer lernt, Unterschiede in der eigenen Bewegung wahrzunehmen, entdeckt Vielfalt und Differenziertheit
Als Führungskraft führen Sie Menschen und moderieren Lernprozesse. Wenn Ihr Team lernt, sich selbst zu beobachten, steigt die Pflegequalität – weil „Helfen“ dann zu einer echten, individuellen Unterstützung wird.
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