Oskar, etwas über achtzig Jahre alt öffnet uns als freiwilliger Abwart des Seniorentreff die Türen und zeigt uns die Einrichtung. Wir sagten ihm in kurzen Sätzen, dass wir hier einen Workshop für Kinaesthetics TrainerInnen gestalten zum Thema «Lebensqualität im Alter». Schon bald erzählt uns Oskar, wie er eben ein Leben lang Lastwagen durch die nähere und weitere Umgebung chauffiert habe. Nun sei eben sein Rücken kaputt. «Vor zwei Wochen haben die mich gespritzt» sagt er. Auch seine Schulter sei durch das dauernde helfen beim Beladen und Entladen schwer lädiert. Die Rechte Schulter könne er nicht mehr bewegen, darum brauche er auch da regelmässig seine Spritzen. Wir erfahren, wie dieser fleissige und engagierte Mann sozusagen durch die Agenda des Hausarztes bestimmt wird.

 

 

Den Menschen helfen auf die eigene Gesundheit zu achten

Antriani Steenebrügge, Kinaesthetics-Trainerin und Ursula Dillmann-Watermeyer, Krankenschwester, Kinaesthetics-Peer-Tutorin und Tochter haben mit dem 92-jährigen Herr Dillmann daran gearbeitet auf die alltäglichen Bewegungen zu achten. Was dieses suchen in der eigenen Bewegung für Herr Dillmann bedeutet finde ich grossartig!

Zitat A. Steenebrügge: Als ich Herrn Dillmann kennenlernte, hatte er eine für mich beängstigende Luftnot und das schon bei geringster Belastung. Ich bin beeindruckt davon, wie er gelernt hat, sich langsamer und achtsamer zu bewegen, um seine Spannung im Zusammenspiel mit seiner Atmung zu regulieren. Er sagt jetzt: «Ich kann tief durchatmen und muss nicht mehr nach Luft schnappen.»

Zitat: Dillmann-Watermeyer Tochter «Jetzt hatte er gemerkt, dass er auch seine Gesundheit durch seine Bewegung beeinflussen kann. Er ist wieder selbstständiger und neugierig geworden. Nun richtet er sich beispielsweise seine Medikamente wieder selbst, kocht Marmelade oder begibt sich auf den Boden, um Kabel zu sortieren. Er probiert auch völlig Neues aus und schaut nach vorne.»

«Er hatte mehr Einschränkungen als früher und konzentrierte sich sehr auf die Probleme. Jetzt aber, durch die Kinaesthetics-Schulungen mit Anni, hat er seine Möglichkeiten entdeckt. Er ist sensibler für seine Atmung geworden».

Ich bin beeindruckt und gleichzeitig überzeugt davon, dass Menschen die ein Leben lang als Erfahrende unterwegs waren unglaublich viel für sich erreichen können, wenn sie sich auf das merken und spüren einlassen. Kinaesthetics ist meiner Meinung nach gut geeignet, sich auf den Innenblick einzulassen und damit viele faszinierende Entdeckungen zu machen. Entdeckungen die Herr Dillmann helfen. Ich bin sicher auch Oskar trägt ein grosses Potential in sich!

Lesen Sie hier das ganze Interview mit den beiden Frauen>>>

Ein Quantensprung

4 Februar 2019|2 Kommentare

Erinnert Ihr Euch wohl noch an uns? Wir besuchten das  Bewegungscafé. Du Erich, hast mit Paul  "aufstehen und absitzen"